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März 2025


Februar 2025


Januar 2025



Beitrag vom 31. März 2025

Humusbilanz

Durch den Aufbau von Humus – vor allem die Erhöhung des Dauerhumusanteils – wird die Bodenstruktur positiv beeinflusst à Bildung v. Ton-Humus-Komplexen, Wasserinfiltration und -speicherung, Gasaustausch, Bodenleben, etc. – Die Bodengesundheit und Resilienz gegenüber abiotischem Stress werden verbessert. Ein Großteil der ackerbaulich genutzten Böden sind nach bodenkundlicher Kartieranleitung im schwach humosen Bereich (1-2 % Humus). Den Humusgehalt im Boden kann man bei einer Bodenuntersuchung mit analysieren lassen. Im Betrieb lohnt sich dann auch ein Blick auf die eigene Humusbilanz. Dabei entspricht 1 Humusäquivalent (Häq) 1 kg C in der humifizierten organischen Masse des Bodens. Die Humusreproduktionsleistung wurde für sämtliche Kulturen und Dünger in langjährigen Versuchen ermittelt. So zählen Zwischenfrüchte, Leguminose oder Raps zu den humusmehrenden Kulturen und Mais und Kartoffeln zu den zehrenden Beim Getreide kommt es auf den Verbleib des Strohs an. So kann man dann abhängig von den Erträgen und der Zufuhr org. Dünger über die Fruchtfolge eine Bilanz erstellen. Das Humussaldo kann dann nach dem Schema der VDLUFA bewertet werden. Ziel muss ein langsamer Humusaufbau sein. Dabei sollte vor allem der Dauerhumus im Fokus stehen à weites C/N-Verhältnis, hoher Lignin- und Pektingehalt. - Ein stark positiver Humusbilanzwert führt häufig auch zu hohen N-Verlusten über den Winter, da hier auch der Anteil am Nährhumus im Verhältnis zu hoch ist. Wichtig ist auch eine bedarfsgerechte Kalkversorgung: Bodenmikroorganismen benötigen einen neutralen pH-Wert, saure Böden verringern das bakterielle Bodenleben und damit die Bodenfruchtbarkeit.

Philipp Pfister, AGLW, 06623 933730


Beitrag vom 17. März 2025

Unkrautbekämpfung in Leguminosen und Ungräser Getreide

Die chemische Unkrautbekämpfung in Erbsen und Ackerbohnen beschränkt sich im Grunde genommen auf den Vorauflauf: z.B.: Stomp Aqua + Centium CS, Bandur + Centium CS, Boxer + Stomp Aqua, Spectrum Plus, Novitron Dam tec. Wirkstoffkombinationen bieten den Vorteil einer eine breiteren Unkrautwirkung. Den Einsatz auf den Standort und die Witterung abstimmen. Die Anwendungen sollten bis 3-5 Tage nach der Saat erfolgen; auf eine genügend tiefe Saatgutablage von 5 -6 cm achten, damit die Pflanzen gut verwurzeln. Spectrum Plus ist die einzige Option gegen Unkräuter für den NA – dies nur in Erbsen! Ausfallgetreide und Ungräser können mit blattaktiven Gräsermitteln ausgeschaltet werden. Bei geringem Unkrautdruck und trockenen Bedingungen, können Leguminosen bis vor dem Durchstoßen auch mit dem Striegel unkrautfrei gehalten werden (Blind striegeln). Ab dem 3. Blatt kann das Striegeln dann vorsichtig fortgesetzt werden.

Ungräser Wi-Getreide: Ungräser sind bei frühen Aussaaten ohne Herbstbehandlung bereits z.T. bestockt; hoher Gräserdruck kennzeichnet i.d.R. diese Flächen. Eine zeitnahe Behandlung ist dann sinnvoll, wenn die Fröste in den kommenden Tagen abklingen. Viele Weizensaaten erfolgten jedoch erst in der zweiten Oktoberhälfte bzw. Anfang November. Dort sind vergleichsweise wenig Ungräser zu sehen, bzw. die vorhandenen Gräser sind noch recht klein; die Behandlung kann dann noch geschoben werden. In Wi-Gerste steht zur Gräser-(nach)behandlung nur Axial zur Verfügung.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 10. März 2025

Spurennährstoffe

Die Bestände kommen aus einem nassen Herbst/Winter – das Wurzelwachstum ist zunächst etw. zurück. Die Böden trocknen ab und der Sauerstoffgehalt im Boden steigt. Dadurch beginnen nun auch die Wurzel zu wachsen. Dies kann man durch den Einsatz von Blattdüngern fördern. Wichtig: Mangan, Bor, Magnesium, Silizium – Auswertungen von Pflanzenanalysen der AGLW haben gezeigt, dass im Mais und Raps v.a. bei Mg häufig eine Unterversorgung auftritt (bes. bei einem hohen Kationenangebot nach min. od. org. Düngung). Um die Kulturen zu fördern, sollte bei der nächsten Überfahrt vor allem folgende Nährstoffe in Betracht gezogen werden: Raps:0,5-1 kg B/ha (aufgeteilt ½ früh ½ spät), 0,2 kg Mg/ha; Getreide: 0,1 kg B/ha, 0,4-0,8 kg Mn/ha, 0,2 kg Mg/ha – Die Bodentemperaturen schwanken noch recht stark und lassen noch keine große Umsetzung erwarten, sodass auch auf die Wasserlöslichkeit der Dünger geachtet werden sollte.

Philipp Pfister, AGLW Tel.: 06623/933730, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.


Beitrag vom 03. März 2025

Startdüngung Getreide

Der Vegetationsbeginn lässt noch auf sich warten. Stand zum 28.02. haben wir eine Temperatursumme von ca. 80°C erreicht. Von einem nachhaltigen Vegetationsstart spricht man ab 200°C Temperatursumme der Tagesmitteltemperaturen. Sollten die Temperaturen in den kommenden Tagen ansteigen, könnte es in der KW 11-12 so weit sein. Nmin-Werte lassen darauf schließen, dass der Boden noch Reserven an N besitzt. Die Verlagerung ist jedoch deutlich zu erkennen. Durch die nassen Bedingungen ist die Wurzelentwicklung zurück, sodass es zunächst schwierig wird die Reserven zu erreichen. Daher ist eine rasche Versorgung mit Nitrat-N und S anzuraten. Durch die hohe Wassersättigung werden auch die Bodentemperaturen nur langsam ansteigen (z.Z. 4,4°C).

Philipp Pfister, AGLW, 06623-933730


Beitrag vom 03. März 2025

Hinweise zum Haferanbau

Um Winterfeuchtigkeit u. kurze Tageslängen optimal zu nutzen, möglichst frühe Saaten anstreben. Für Qualitätshafer Standorte mit sicherer Wasserführung wählen; Bestandesdichten nicht überziehen. Generell eine zeitige N-Versorgung sichern. Bei späten Saaten u. wenn mit längerer Trockenheit zu rechnen ist, die 1. N-Gabe einarbeiten. Stickstoff steht den auflaufenden Pflanzen dann witterungsunabhängig schnell zur Verfügung.  Überzogene N-Gaben führen zu Reifeverzögerungen, ungleichmäßiger Abreife von Korn u. Stroh u. ggf. zu Zwiewuchs. Saatstärke, je nach Saat: Anfang März: 270 - 300 KK/m², Mitte März: 300 - 330 KK/m², ab April u. ungünstige Bedingungen: 330 - 360 KK/m². Empfohlene Sorten: Lion(g, auslaufend), Max(g), Magellan(g); Probeanbau: Karl(g).

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 24. Februar 2025

Startdüngung Winterraps

Die Nmin-Werte unter Raps sind laut den Referenzflächen des LLH im Schnitt bei ca. 28 kgN/ha. Dies entspricht etwas mehr als den Durchschnitt. Nmin-Werte aus dem Herbst durch die AGLW zeigen, dass die Bestände nach z.T. zögerlichem Start noch recht gut den mineralisierten N aufnehmen konnten und dass eine erfolgte Düngung gut umgesetzt wurde. Die N-Aufnahme lag im Schnitt der AGLW bei 66 kgN/ha, 8,4 mm Wurzelhals und ca. 33 Pfl/m². Für den Start ist eine nitratbetonte 1.Gabe anzuraten und es ist ein Teil des Schwefels mit abzudecken. Dies gilt auch bei erfolgter organischer Düngung in den letzten Wochen. Eine Herbstdüngung muss in der Gesamtdüngung voll angerechnet werden. Daneben ist Bor (500 g/ha) wichtig. Blattanalysen zeigen, dass es in Beständen häufig zu latentem Mg-Mangel kommt. Deshalb ist eine Blattdüngung ratsam - Magnesium ca. 500-700 g/ha.

Philipp Pfister, AGLW, 06623 933730


Beitrag vom 24. Februar 2025

Anbau von Ackerbohnen

Bohnen passen wegen hoher Wasseransprüche eher für mittlere bis schwere Böden. Der Hauptbedarf besteht zur Blüte u. Kornfüllung; mangelte es dann an Wasser, wirft die Bohne Hülsenansätze ab. Ein Kornertrag von 50 dt/ha entzieht ca. 70 kg/ha P2O5, 150 kg/ha K2O u. 25 kg/ha Mg0. S-Bedarf: 20- 40 kg/ha; pH-Wert zwischen 6,0 - 7,0. Aussaatstärke: ca. 35-55 KK/m²; wichtig: TKG`s der Sorten beachten! Aussaat so früh wie möglich (auch in den Frost), in ein abgetrocknetes Saatbett, ohne Verdichtungen u. Staunässe. Das Korn hat einen hohen Keimwasserbedarf; daher Saattiefen von mind. 4-6 cm, auf leichteren Standorten 6-8 cm anstreben. Anbaupausen von 4-5 Jahren einhalten; Beize: Prepper (400ml/dt).  Empfohlene Sorten: Caprice,Tiffany (vicinarme Sorte) u. Trumpet; zur Probe: Futura (vicinarme Sorte) u. Protina.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 17. Februar 2025

Unkrautbekämpfung & Gelbschalen im Winterraps

Zur Bekämpfung von Unkräutern im Frühjahr eignen sich Clopyralid-haltige Produkte, z.B. Lontrel und Vivendi, mit Wirkung auf Kamille, Kornblume, Distel und Leguminosen; Effigo hat zusätzlich eine Klettenlabkrautwirkung. Korvetto, mit den Wirkstoffen Halauxifen-methyl + Clopyralid, erfasst zudem Mohn, Storchschnabel, Taubnessel und Schierling. Von den genannten Produkten werden Hundskerbel, Ehrenpreisarten, Ackerstiefmütterchen, Wegrauke, Vogelmiere u. Hirtentäschel nicht erfasst. Die Mittel bei beginnender Vegetation einsetzen. Aus Verträglichkeitsgründen unbedingt darauf achten, dass die Blütenknospen von den Laubblättern noch umhüllt sind! Oftmals passen für den Einsatz im Frühjahr nur wenige Tage. Wurde im Herbst Runway eingesetzt, können genannte Produkte im Frühjahr nicht verwendet werden. Eine Mischung mit Gräsermitteln ist grundsätzlich möglich; Ausnahme: Korvetto nicht mit Agil S mischen! Bei ansteigenden Temperaturen Gelbschalen aufstellen! Um den Zuflug von Schädlingen richtig beurteilen zu können, mind. 2 Gelbschalen/ Schlag aufstellen (in der Nähe von Hecken bzw. von letztjährigen Rapsflächen). Werden Schadschwellen überschritten, können Insektizide ggf. mit Herbiziden und/oder Bor gemischt ausgebracht werden. 

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 20. Januar 2025

Düngung Raps

Viele Rapsbestände sind auf Grund der Trockenphase nach der Saat Anfang September heterogen aufgelaufen und unterschiedlich in den Winter gegangen. Tendenzen zur Auswinterung sind bisher gering. Frischmasseuntersuchungen der AGLW zeigten meist eine ausreichende Vorwinterentwicklung, sodass keine Abzüge bei der Frühjahresdüngung vorzunehmen sind. Vereinzelte sehr üppige Bestände sollten kontrolliert werden. Hier sind dann 20-40 kg N/ha bei der Düngung zu berücksichtigen. Nmin-Ergebnisse zeigen, dass bereits im Herbst eine nicht unerhebliche Verlagerung stattgefunden hat. Es ist ratsam mit Nitrat-N und Schwefel die Startgabe zu fahren, da auch S stark von Auswaschung betroffen ist. Richtwert: 3,6 kg N und 1 kg S je dt Ertrag (tendenziell etwas mehr S dieses Jahr) - Bei erfolgter Herbstdüngung muss diese im Frühjahr voll mit einbezogen werden.

Philipp Pfister; AGLW, 06623-933 730


Beitrag vom 06. Januar 2025

Umbruch von Zwischenfrüchten

Die Zwischenfrucht sollte vor dem Bearbeiten zerkleinert werden oder aber sichergestellt sein, dass sie abgefroren ist (dies kann durch Walzen beschleunigt werden). Ungräser sollten durch eine Mulchschicht unterdrückt und durch Bearbeitung bekämpft werden. Um die Zwischenfrucht mit dem Boden zu vermischen, muss auf die Befahrbarkeit geachtet werden. Frost sollte ausgenutzt werden. Durch die Einarbeitung bekommen die Bakterien im Boden Nahrung und Luft. Eine rasche Erwärmung wird unter diesen Umständen gefördert, sodass zeitig eine Umsetzung stattfindet. GLÖZ 6 – Mindestbodenbedeckung – gilt auf 80 % der Ackerfläche die Pflicht der Bodenbedeckung (Bb) bis zum 15.01. Ausnahmen: frühe (Aussaat bis 31.03, ab 400 ü. NN bis 15.04) Sommerkulturen (Bb bis 15.11.) und schweren Böden (Bb bis 01.10.)

Philipp Pfister; AGLW, 06623-933 730