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Beitrag vom 21. September 2026

Nmin Probenahme 

Die AGLW startet ca. ab der KW 43 wieder die Nmin-Beprobung. Der gemessene Nitratgehalt im Boden gibt zum einen Aufschluss über N-Ausnutzung der geernteten Kultur und zum anderen über den auswaschungsgefährdeten Rest-N. Zwischenfrüchte und Raps nehmen noch N auf, welches im Frühjahr berücksichtigt werden sollte. Alles andere kann vorhandenen N nicht nennenswert speichern, sodass sich dieser über die Sickerwasserperiode ins Grundwasser verlagert. Um aus den Ergebnissen Rückschlüsse zu ziehen, werden die diese ausgewertet und entsprechend kommuniziert. Außerdem werden zur besseren Interpretation und auch zum Verständnis der sehr unterschiedlichen Flächen (hinsichtlich Boden, Bewirtschaftung, Kultur, Klima, Feldkapazität) zusätzliche Untersuchungen angestellt. Nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus ökonomischer Sicht lohnt sich ein genauerer Blick in den Boden. 

Philipp Pfister, AGLW, 06623/933730


Beitrag vom 31. August 2026

Trockenheit setzt der Landwirtschaft weiter zu

Der Wetterrückblick 25/26 zeichnet ein angespanntes Bild für die Landwirtschaft: Die Sickerwasserperiode von November bis Dezember 25 fiel zu trocken aus. Statt der üblichen rund 122 mm fielen nur 47,7 mm  (Defizit: von ca. 75 mm). Dies fehlt der Grundwasserneubildung. Auch die leicht überdurchschnittlichen Monate Januar und Februar konnten diese Lücke nicht schließen. Folge: vielerorts niedrigere Grundwasserpegel und Niedrigwasser in Bächen und Flüssen. Besonders kritisch für die Vegetationsperiode war der Juli, normalerweise mit rund 84 mm der regenreichste Monat des Jahres. 2026 kamen nur 18,7 mm zusammen, verteilt auf gerade einmal fünf statt der üblichen 14 Regentage. Für Kulturen wie Silomais, die im Hochsommer viel Wasser für Kolbenbildung und Kornfüllung benötigen, ist das ein empfindlicher Engpass. Gemessen am Jahresmittel von 720 mm fehlen aktuell noch rund 400 mm, die im September-Dezember rechnerisch fallen müssten. Außerdem sorgten Sonne, Wärme und Wind für hohe Verdunstung, sodass Niederschläge kaum in tiefere Bodenschichten vordringen konnten. Folge: Die Wasserreserven im Unterboden sind knapp.Verschärft wurde die Trockenheit durch Hitzephasen: Der Juni lag 2,3 °C, der Juli 1 °C über dem Mittel. Insgesamt 27 Hitzetage (> 30 °C) bis Ende August – deutlich mehr als in den meisten Vorjahren. Die große Hitzeperiode Ende Juni mit Temperaturen über 40 °C und großer Sonneneinstrahlung haben für Qualitätseinbußen gesorgt. Die oberen Körner sind regelrecht verbrannt, sodass hier keine Stärke und auch kein Protein mehr eingelagert werden konnte und diese Körner verkümmerten. Oft konnte man das an der hohen Menge an unausgedroschenen, im Spelz befindlichem Kleinkorn im Erntegut erkennen. 

Philipp Pfister, AGLW, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., 0174-6215705


Beitrag vom 24. August 2026

Hinweise zum Raps 

In den auflaufenden Raps Gelbschalen aufstellen: Schalen mindestens 20 m vom Schlagrand entfernt platzieren; vorrangig an der Schlagseite aufstellen, die Altrapsflächen am nächsten ist, sowie in deren Hauptwindrichtung liegt. Regelmäßig, mind. 2 x wöchentlich, kontrollieren: Schadschwellen: > 10 % Lochfraß an Blättern zwischen BBCH 10 – 14 bzw. 50-75 Käfer pro Gelbschale innerhalb von 3 Wochen ab 4-Blattstadium. Nach Ernte der Vorfrucht sind kaum Ungräser und Ausfallgetreide aufgelaufen: um den Konkurrenzdruck um Nährstoffe u. Wasser für den Raps so gering wie möglich zu halten, ab dem 2.-3. Blatt von Ausfallgetreide u. Ungräsern, diese mit blattaktiven Mitteln ausschalten. Bei bekannter Resistenz von Ungräsern gegen Wirkstoffklasse A/1/DIM (z.B. Axial, Agil, Fusilade), Select oder Focus aktiv Pack aus der Wirkstoffklasse A/1/FOP vorziehen. Schnecken kontrollieren: Trotz der langen Trockenphase Schnecken nach den Niederschlägen nicht aus dem Blick verlieren; die Schädlinge haben sich unter den trockenen Bedingungen in den feuchten Unterboden (Regenwurmgänge etc.) zurückgezogen! Nach den Niederschlägen werden sie in kürzester Zeit aktiv, und sind in der Lage eine große Population aufzubauen. Deshalb nach der Rapssaat die bekannten Kontrollmaßnahmen durchführen: Schneckenkorn unter Schneckenfolien, feuchten Jutesäcken etc. auslegen; dies an von Schnecken bevorzugten Stellen (Bereiche mit vielen Ernteresten, tonige Bereiche, schattige Randbereiche). Für Schadsymptome auch Ausfallraps u. -getreide im Blick behalten!

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 03. August 2026

Herbizideinsatz im Winterraps

Die anhaltende Trockenheit beeinflusst die Planungen für die anstehende Rapssaat; z. B. laufen z.Zt., trotz erfolgter Stoppelbearbeitung, weder Ungräser noch Ausfallgetreide auf. Die Herbizidstrategie richtet sich nach der Leitverunkrautung; es kann Sinn machen VA und NA zu kombinieren. Neu z. V. steht der Porafam Titan Pack (VA–BBCH 14). Beim Vorauflauf (VA) steht die Bekämpfung von Wegrauken, Kreuzblütlern u. Gräsern im Vordergrund; der VA kann keimenden Raps bei starken Niederschlägen allerdings auch schaden. Clomazone-haltige Mittel (z. B. Clomazone 360 CS, Gamit 36 AMT) haben im VA, sofern die Auflagen passen, gegen Rauken u. Kreuzblütler die sicherste Wirkung. Basis für Clomazone-freie Lösungen sind metazachlorhaltige Präparate (u. a. Butisan-Präparate, Fuego Top, Fuego, Rapsan) unmittelbar nach der Saat, vor allem wenn mit Kreuzblütlern zu rechnen ist; auch eine Basiswirkung gegen Ackerfuchsschwanz kann einkalkuliert werden. Auch für Flächen ohne Storchschnabel u. Rauken eignen sich Butisan o. Fuego Top–Wirkstoffmenge beachten! Unter trockenen Bedingungen/unsicherem Aufgang kann Metazachlor im frühen Nachauflauf (NA) eingesetzt werden–der VA ist i. d.R. aber wirksamer. Ab Keimblatt der Unkräuter können Runway oder Gajus zugemischt werden. Ein gleichmäßig entwickelter Raps kann ab dem 2. Laubblatt mit Belkar + Synero (ggf. Splitting) behandelt werden; mit LaDiva steht eine Fertigformulierung der beiden Produkte z. V. Bei genannten Mitteln unbedingt auf die Mischbarkeit mit anderen Produkten achten! Alternativen zu diesem Termin sind Tanaris o. Gajus–jeweils mit Runway.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 27. Juli 2026

Rapsbeize

Rapssaatgut wird mit verschiedensten fungiziden u./o. insektiziden Beizen gehandelt. Weitere Varianten sind biolog. Mittel u. Nährstoffbeizen; sie sollen Wachstum o. Vitalität des Rapses fördern. Fast alle Rapszüchter bieten Scenic Gold als Standardbeize an; sie wirkt gegen Auflaufkrankheiten. Integral Pro ist ein Bakterienpräparat um Raps zu vitalisieren - ausreichend nur bei geringem Befallsdruck von: u.a. Phoma u. Erdfloh. Insektizide Beizen: Lumiposa: gegen Kohlfliege; bei Erdfloh mittlere Wirkung - reicht nur bis 2-Blatt Stadium; fördert Vitalität des jungen Rapses. Buteo Start hat nur mäßige Wirkungsgrade gegen Anfangsbefall mit Erdflöhen. In z.B. KWS Initio Pro u. Bayer Acceleron sind Lumiposa u. Buteo Start enthalten. Wirkung insektizider Beizen ist begrenzt: Einstufung Bienenschutz beachten! Biostimulanzien u. Nährstoffbeizen sollen Wachstum verbessern. Regelmäßige Kontrollen durchführen!

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90726736


Beitrag vom 27. Juli 2026

Organische Herbstdüngung

Eine Herbstdüngung ist nach wie vor zu Wintergerste, Raps und Zwischenfrucht zulässig. Eine organische Düngung geschieht häufig auf abgeernteten Wintergerstenflächen. Nachernte-Nmin-Untersuchungen der AGLW aus den ersten zwei Juli Wochen liegen zwischen 12-20 kg Nmin. Die Erträge der Wintergerste waren gut bis sehr gut und die niedrigen Nmin-Gehalte lassen eine gute Stickstoffeffizienz vermuten. Nach fristgerechter Einarbeitung der Organik, sollte im Falle einer Zwischenfrucht zügig die Aussaat stattfinden, um eine längere Vegetationszeit und Wachstumsvorsprung gegenüber Begleitflora und Ausfallgerste zu gewährleisten – bei trockenen Bedingungen nach der Saat walzen um Bodenschluss zu fördern.

Philipp Pfister, AGLW, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., 0174-6215705


Beitrag vom 20. Juli 2026

Hinweise zur Düngung

Kalken und Gülleausbringung? Werden die beiden Düngemittel nacheinander ausgebracht kann eine chemische Reaktion entstehen. Beim Kalken werden Calcium- u. Magnesiumkarbonate auf dem Boden verteilt; bei der Gülledüngung wird Stickstoff vor allem in Form von Ammonium ausgebracht. Bei aufeinanderfolgender Ausbringung, kann es zu einer chem. Reaktion kommen: Die Karbonate reagieren mit Ammonium zu Ammoniumkarbonat. Die Verbindung ist nur in einer neutralen bis schwach basische Umgebung beständig, je geringer der pH, desto flüchtiger; d.h.: Ammoniak wird freigesetzt (ausgegast) und die N-Verluste der Gülledüngung steigen. Daher zwischen Kalken und Güllegabe Zeitabstand von 2-3 Wochen einhalten, damit sich die Carbonate im Boden umwandeln können.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 13. Juli 2026

Stoppelkalkung

Die Effekte einer Kalkung sind bekannt: KAK, Struktur, pH. Je nach Bodenart und pH-Wert werden meist 1–3 t Kalk je Hektar ausgebracht. Bei hohen Magnesiumgehalten im Boden ist ein kohlensaurer Calciumkalk (ohne oder mit sehr geringem Magnesiumanteil) einem Dolomitkalk vorzuziehen. Überschüssiges Magnesium kann die Bodenstruktur verschlechtern, da Tonpartikel leichter verschlämmen und der Boden dichter wird. Calcium fördert dagegen die Krümelbildung, verbessert die Wasser- und Luftführung sowie die Befahrbarkeit. Eine bedarfsgerechte Stoppelkalkung stabilisiert den Boden, erhöht die biologische Aktivität und unterstützt langfristig die Ertragsfähigkeit.

Philipp Pfister, AGLW, 06623 933 730


Beitrag vom 13. Juli 2026

Hinweise zum Belüften des Getreides

Bei hohen Temperaturen geerntetes Getreide zeitnah belüften! Die Umgebungstemperatur ist zwar momentan recht kühl, dennoch, den richtigen Zeitpunkt zum Belüften zu finden ist bei hoher Luftfeuchtigkeit nicht immer einfach. Um Erntegut zu kühlen, kalte Nächte nutzen. Für die dauerhafte Lagerung (über Winter) sind Temperaturen < 10° C im Lager notwendig. Beim Belüften folgende Faustregeln beachten: - vor der Einlagerung Getreide reinigen; - nach Einlagerung sofort belüften; - ist Belüftungsluft mind. 5 °C kälter als das Getreide, kann immer belüftet werden (unabhängig von der rel. Feuchte der Außenluft) sofern Getreide > über 15,5 % Feuchte hat; - aus Sicherheitsgründen sollte die Luft 7°C kälter sein als das Getreide, sofern Getreide < 14 % Feuchte hat; wichtig - abgekühltes Getreide auf keinen Fall wieder erwärmen!

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 06. Juli 2026

Ausfallrapsbekämpfung

Nach der Rapsernte verbleiben ca. 5000 ausgefallenen Rapskörner pro m2. . Diese sollten ruhen gelassen werden. Eine tiefere Stoppelbearbeitung vergräbt die Samen, welche so in eine sekundäre Keimruhe fallen - Stichwort Feldhygiene. Effektiver ist es, die Rapsstoppeln mit dem Mulcher zu zerkleinern. Dies fördert das Aufplatzen nicht ausgedroschener Schoten, führt zu einer flachen Kornbedeckung mit Feinerde/Spreu und zu einer Rückverfestigung, so dass d Ausfallkörner stärker und gleichmäßiger auflaufen. Selbiges funktioniert auch mit einer Cambridge Walze - ist vom Spritverbrauch günstiger, zerkleinert jedoch nicht die Stoppelreste und Unkraut/-gras stellen. Die Bekämpfung der 1.Welle sollte möglichst flach erfolgen, da jeder Bodeneingriff die Mineralisation fördert und die Nitratauswaschung erhöht.

Philipp Pfister, AGLW, 06623 933 730


Beitrag vom 06. Juli 2026

Beim Anbau von Zwischenfrüchten die Fruchtfolge beachten!

Für einen gelungenen Zwischenfruchtanbau müssen die angebauten Arten zur Fruchtfolge des Betriebes passen. Schon bei der Auswahl von Arten o. Mischungen darauf achten, dass Krankheiten und Schädlinge (z.B. Kohlhernie o. Sklerotinia bei Raps), die die Hauptfrüchte schädigen können, nicht durch Zwischenfrüchte gefördert werden; zudem dürfen diese nicht selbst zum Unkrautproblem in der Hauptfrucht werden. In Rübenfruchtfolgen z.B. sind Buchweizen u. Phacelia schwer zu bekämpfen!  Ein an die Fruchtfolge gut angepasster Zwischenfruchtanbau fördert Gesundheit, Ertrag und Qualität der Hauptfrucht. Auch auf ein sicheres abfrieren der Arten zu achten!

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 26. Juni 2026

Zwischenfruchtanbau

Die Vorteile eines Zwischenfruchtanbaus sind allgemein bekannt. Vor allem als Nährstoffspeicher aber auch für die zahlreiche positiven Effekte auf den Boden sind Zwischenfrüchte bekannt. Zwischenfrüchte ernähren das Bodenleben und so wird Struktur und Nährstoffaufschluss gefördert und letztlich auch die Resilienz des Bodens erhöht. Zwischenfrüchte dienen dem Schutz vor Nährstoffauswaschung sowie dem Bodenleben als Nahrung. Ein aktiveres Bodenleben fördert sowohl die Nährstoffum- und -freisetzung als auch die Bodenstruktur. Dies bewirkt letztlich auch positive Ertragseffekte, was wiederum zu einem höheren Nährstoffentzug führt, sodass ein potenzieller Nitrateintrag ins Grundwasser verringert wird. Bodenleben füttern ist somit auch aktiver Grundwasserschutz.

Philipp Pfister, AGLW, 06623 933 730


Beitrag vom 26. Juni 2026

Problematik mit Ungräsern

Auch in diesem Jahr ragen z. Zt., trotz gezielter Bekämpfung, Ackerfuchsschwanz, Windhalm oder Trespen in zuweilen großer Anzahl aus Getreide oder Blattfrüchten heraus. Dies kann mit Minderwirkungen von Gräsermitteln zusammenhängen; werden diese anhand einer Analyse nachgewiesen, muss die Herbizidstrategie der gesamten Fruchtfolge überdacht werden. Reagiert man nicht, werden sich diese Arten selektieren und schnell verbreiten. Um sie erfolgreich bekämpfen zu können, ist eine genaue Kenntnis über die Ursache der geringeren Wirkungsgrade wichtig. Können Anwendungsfehler ausgeschlossen werden, wenden Sie sich in Verdachtsfällen (auch bei Unkräutern (Vogelmiere, Kamille etc.)) an den zuständigen Berater des LLH, damit ggf. ein Test durchgeführt wird. Anhand einer Analyse kann ggf. eine passende Behandlungsstrategie erarbeitet werden.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 22. Juni 2026

Hitze und Abreife

Hitzewelle vorhergesagt. Sonnige Witterung fördert zwar die Photosynthese, anhaltende Hitze über 30 °C wirkt sich jedoch häufig negativ auf die Kornentwicklung aus. Gleichzeitig steigt die Verdunstung, was insbesondere bei Trockenheit zu Wasserstress führt. Die Folge können geringere Korngewichte sowie Ertrags- und Qualitätseinbußen sein. Insgesamt führt eine Kombination aus Hitze und starker Sonneneinstrahlung zu einer beschleunigten, aber oft weniger ertragreichen Abreife von Weizen und Gerste, da Umlagerungsprozesse gestört und die Kornfüllphase verkürzt wird. Vor allem auf leichten Standorten kann Trockenstress die Abreife zusätzlich beschleunigen. Auf solchen Standorten hat auch der Mais als C4-Pflanze mit Trockenstress zu kämpfen.

(C4-Pflanzen sind an Trockenheit und Hitze angepasst und haben einen effizienteren Weg unter solchen Bedingungen Photosynthese zu betreiben.)

Philipp Pfister, AGLW 06623 933 730


Beitrag vom 22. Juni 2026

Landwirtschaftliche Hinweise zum Vorratsschutz

Jetzt Läger reinigen: um Schäden durch Vorratsschädlinge vorzubeugen, vor Einlagerung der neuen Ernte besonders Ritzen, Ecken u. Fugen der Läger u. Fördertechnik mit Besen u. Industriestaubsauger gründlich reinigen. Schon ein geringer Ausgangsbefall kann zum kompletten Befall der neuen Ernte führen! Vorhandenes Altgetreide nicht mit der neuen Ernte vermischen, sondern auslagern bzw. so lagern, dass es als erstes verfüttert werden kann! Eine zusätzliche chemische Behandlung der leeren Speicherräume (z.B. K‐Obiol EC 25) schafft weitere Sicherheit vor Schädlingen. Anwendungshinweise beachten! Auch der Einsatz von Nützlingen (z.B. Schlupfwespen) ist möglich – allerdings nicht in Kombination mit chemischen Mitteln.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 01. Juni 2026

Ährenfusarium im Winterweizen

Die meisten Weizenbestände befinden sich in den Stadien EC 37-55 (Erscheinen Fahnenblatt bis Mitte Ährenschieben). Sortenbedingt tritt vereinzelt Braunrost auf; diesen zeitnah, z.B. mit folgenden Kombiprodukten, ausschalten: Univoq, Reytrex+Comet, AscraXpro, ElatusEra, Avastel-Pack, Jordi, Delaro Forte. Kommen nur Azole zum Einsatz, hat dies eine rel. kurze Wirkungsdauer (ca. 15 Tage) zur Folge. Wird die Maßnahme als Einmalbehandlung zu Beginn des Ährenschiebens gefahren, werden spätere Pilzinfektionen nicht mehr gesichert verhindert. Durch die Zugabe von Azbany/Amistar wird die Wirkungsdauer verbessert. Frühe Sorten beginnen abhängig vom Standort und vom Aussaatzeitpunkt mit der Blüte; sie dauert i.d.R. 3 bis 7 Tage. Während der Blüte besteht grundsätzlich ein erhöhtes Infektionsrisiko mit toxinbildenden Fusariosen, sofern Niederschläge (Gewitter) in Verbindung mit einer feucht-warmen Witterung auftreten. Problematisch sind unverrottete Stroh- o. Stoppelreste von Mais im Weizen u. Triticale, vorrangig bei Mulchsaaten. Anfälligkeit der Sorte berücksichtigen! Eine Blütenbehandlung mit wirksamen Fungiziden kann den Befall mit Ährenfusarium und den Toxingehalt des Erntegutes positiv beeinflussen, aber nicht garantiert ausschalten! Empfohlen werden u.a.: Prosaro, Navura, Magnello, Proline, Soleil.

Karl-Heinrich Claus; Tel.: 0160 90725736


Beitrag vom 22. Mai 2026

Schädlinge in Erbsen & Bohnen

Bekämpfung von Blattläusen (ggf. Virusüberträger) erst nach mehrmaliger Bestandskontrolle und flächendeckendem Auftreten durchführen. Ackerbohnen: ab Beginn Knospenbildung regelmäßig auf schwarze Bohnenlaus kontrollieren. Schadschwelle: 10 % befallene Pflanzen bzw. Beginn Koloniebildung; Teppeki (B2-Auflage) wirkt systemisch, erfasst auch versteckt sitzende Läuse. Alternativ stehen, wie in Erbsen generell, nur Pyrethroide (u. a. Karate Zeon) zur Verfügung; in Erbsen und auch Ackerbohnen tritt die Grüne Erbsenblattlaus auf; Schadschwelle: 10-15 Läuse/Trieb.

Zur Erbsenblüte fliegt der Erbsenwickler in die Bestände; notwendige Behandlungen erst zum Flughöhepunkt mit Karate Zeon, Shock down o. Ä. durchführen. Keine TM mit Fungiziden.

Sachkundefortbildung: Mo. 15. Juni, 16:00 – 21:00 Uhr in Bebra-Solz.

Karl-Heinrich Claus; LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 18. Mai 2026

Aktuelles Winterweizen

In den ersten zwei Wochen nach der Blüte werden die Proteine aufgebaut und ins Korn transportiert. Nach der Blüte wird kaum noch Stickstoff über den Boden aufgenommen. Frühere Gaben sichern eher den Ertrag → BBCH 37-39, spätere Gaben erhöhen tendenziell stärker den Proteingehalt → BBCH 51-60. Eine rasche Umsetzung und Verfügbarkeit des gedüngten N ist entscheidend – daher eher nitrathaltige Dünger verwenden. Auch Schwefel fördert zusätzlich den Proteinaufbau. In Wasserschutzgebieten ist eine frühe 3. Gabe anzuraten, um N-Verluste bei unpassender Witterung zu vermeiden. Hinweis: Zwischenfruchtaussaat per Drohne – auch in diesem Jahr wollen wir den Anbau von Zwischenfrüchten per Drohne bewerten, auch um potenzielle Arbeitsspitzen abzufangen - bei Interesse bitte mit der AGLW Kontakt aufnehmen – Möglichkeiten/Kosten etc..

Philipp Pfister, AGLW 06623/933 730


Beitrag vom 18. Mai 2026

Hinweise zur aktuellen Situation

Fungizidmaßnahmen in Wi-Gerste abschließen; gegen Ramularia Folpan zusetzen. Die trockene Witterung hat kaum Infektionen zugelassen; abgesehen von einzelnen, i.d.R. bereits bekämpften, Gelbrostinfektionen sind auch WW, Triticale u. Roggen meist gesund. Nach den Niederschlägen: Bestände weiter regelmäßig beobachten um Fungizide möglichst bis zum Fahnenblatt, ggf. darüber hinaus, zu schieben. Ziel sollte sein, dann mit dieser Maßnahme auszukommen, bzw. die Bestände bis zu einer geplanten Fusarienbehandlung abzusichern. Im Roggen und Triticale zum Ährenschieben rostbetonte Abschlussbehandlung durchführen. Mais: Herbizide erst nach Bildung einer ausreichenden Wachsschicht einsetzen. Leguminosen: auf Ungräser kontrollieren – zur Bekämpfung stehen blattaktive Präparate zur Verfügung. 

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 11. Mai 2026

Maisherbizide

Der ideale Einsatzzeitraum für eine einmalige Anwendung blatt- und bodenwirksamer Herbizidkombinationen ist das 2-4-Blattstadium des Maises. Für eine gute Dauerwirkung ist es wichtig, auf eine gute Blatt- und Bodenwirkung der Präparate zu achten; anderenfalls müssen Nachbehandlungen einkalkuliert werden. Auf Hirsestandorten (Mais in enger Fruchtfolge) haben sich Kombinationen bewährt, die eine gute Blattwirkung auf bereits aufgelaufene Hirsen haben und gleichzeitig nachfolgende Hirsewellen mit einer dauerhaften Bodenwirkung sicher bekämpfen. Vor allem bei gleichzeitigem Auftreten schwer bekämpfbarer Hirsen (Borsten- und Fingerhirsearten) haben sich unter anderem Adengo als Vorlage bis zum 1.-Blattstadium des Maises (breite Unkraut- und Hirsewirkung, Nebenwirkung Erdmandelgras) und Nachbehandlungen, zum Beispiel Laudis, Elumis, Zingis, Diniro/Spandis bis zum 6.-Blattstadium Mais, bewährt. Sind Ungräser und Ausfallgetreide zu bekämpfen, benötigt man SHS wie zum Beispiel Nicosulfuron, Rimsulfuron und Foramsulfuron. Folgende Packs (Blatt- und Bodenwirkung) bieten sich unter anderem an: Principal S Pack, MaisTerPower + Merlin Flexx, Elumis Triumph Pack. Für die Bodenwirkung stehen unter anderem Spectrum, Spectrum Plus, Sucessor, Sucessor T, Adengo, Merlin Flexx, Merlin Duo zur Verfügung. Aufbrauchsfrist Arrat: 11/25.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 04. Mail 2026

Abschlussbehandlung in der Wintergerste

Mit Erscheinen des Fahnenblattes beginnt die Abschlussbehandlung in der Winter-Gerste. In den vergangenen Jahren hat Ramularia die größte Bedeutung gehabt; der Pilz tritt verstärkt in Phasen mit intensiver Strahlung auf. Wenn es arbeitswirtschaftlich passt, Fungizidmassnahme splitten: ca. 50 – 60 % der Aufwandmenge des Fungizides ab EC 39 einsetzen (ggf. in TM mit Etephon - den Wirkstoff spätestens bis BBCH 49 applizieren; nicht mit Herbiziden mischen!) Die restliche Fungizidmenge dann in 2. Überfahrt in Mischung mit 1,5 l/ha Folpan 500 SC bei gerade geschobenen Grannen einsetzen.

Sachkundefortbildung: 15. Juni, 16:00 Uhr; Bebra-Solz; Anmeldung: 0561/7299-333

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 27. April 2026

Mikronährstoffe Mais

Durch die aktuelle Marktsituation wird die optimale Ausnutzung des Düngers umso entscheidender. Eine rasche Jugendentwicklung und eine geförderte Wurzelbildung legen die Grundlage für eine optimale Nährstoffausnutzung. Versuche der AGLW zeigen sehr gute Effekte beim Einsatz von Mikrogranulat direkt bei der Aussaat. Mikronährstoffe werden direkt an das Korn abgelegt und stehen dem Keimling sofort zur Verfügung, was sich im Wurzelsystem bemerkbar macht und so die Erschließung von Wasser und Nährstoffen verbessert. Auch eine Blattapplikation in Verbindung mit der Herbizidmaßnahme ist angeraten: Zink 400 g/ha; Bor 450 g/ha; Mangan 200 g/ha; Magnesium 200 g/ha - v.a. Zink, Magnesium und Bor unterstützen die Pflanze bei Hitze- und Trockenstress sowie der Bildung von Antioxidantien.

Philipp Pfister, AGLW 00623 933207, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.


Beitrag vom 20. April 2026

Aktuelle Situation

Wintergetreide befindet sich in der Schoßphase bzw. erreicht das Stadium in diesen Tagen. Ausstehende Wachstumsreglermaßnahmen zeitnah durchführen; Gleiches gilt für die 2. N-Gabe. Nach dem Regen vom vergangenen Sonntag wird die Entwicklung der Bestände zügig vorangehen. Krankheiten spielen bisher meist keine Rolle; Gerste wächst möglichen Infektionen auf den älteren Blättern nach den Niederschlägen jetzt davon, sodass Fungizide Richtung Fahnenblatt bzw. Ähre geschoben werden können. Auch Weizen, Roggen und Triticale sind in der Regel befallsfrei. Bestände kontrollieren!

Terminhinweis: Imker, Landwirte und interessierte Bürger im Dialog - Mo., 27. April, 18:00 Uhr in Schenklengsfeld-Wippershain am Sportplatz

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 13. April 2026

Blütenbehandlung im Raps

Die Blütenbehandlung im Raps dient der Bekämpfung des Rapskrebses (Sclerotinia). Die Krankheit führt in manchen Jahren zu erheblichen Ertragsausfällen. Ihr Auftreten hängt von der Witterung ab. Prognosesysteme geben Hinweise auf eine Infektionsgefahr, als Entscheidungsgrundlage für oder gegen eine Behandlung arbeiten sie aber nicht exakt genug. In angelegten Sklerotiendepots haben sich bereits erste Apothecien gebildet; sie schleudern bei feucht-warmer Witterung ihre Ascosporen aus. Die Sporen der Fruchtkörper benötigen für Infektionen in den Blattachseln Temperaturen von 20 °C und eine Luftfeuchte von 85 %. Gut wirksame Produkte sind z. B.: Propulse (1 l/ha), Cantus Ultra (0,8 l/ha), Efilor (1,0 l/ha), Zenby + Patel 300 EC (0,4 + 0,4 l/ha). Je nach Witterung erreichen die Fungizide ca. 14 Tage Wirkungsdauer. Bestände mit geringerer Ertragserwartung können alternativ mit halben Aufwandmengen von Azolen (Tebu-/Prothioconazol) + Strobilurinen oder Carboxamiden (Azoxystrobin/Isofetamid) behandelt werden. Wegen der geringen Kurativleistung gegen Sclerotinia das Fungizid möglichst nah am Infektionszeitpunkt der Krankheit, optimal zur Vollblüte, einsetzen. Möglichst abends fahren – Pflanzen sind dann elastischer; empfehlenswert sind mind. 300 l Wasser/ha bei 5 km/h Fahrgeschwindigkeit – so werden Blattachseln und Verzweigungen gut benetzt. Schadschwellen der Schotenschädlinge (v. a. Kohlschotenrüssler) ermitteln – die Zumischung eines Insektizides ist in der Regel nicht notwendig! Spritze sorgfältig reinigen – vor allem nach vorherigem Einsatz von Sulfonylharnstoffen! Zuvor ortsansässige Imker informieren!

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 02. April 2026

Aktuelle Situation

Sofern Luft- und Bodentemperaturen ansteigen, ist bei der jetzigen Wasserversorgung mit einem kräftigen Wachstumsschub zu rechnen. Winterraps: Zuflug von Rapsglanzkäfern bei steigenden Temperaturen im Blick haben – Gelbschalen neu positionieren und regelmäßig kontrollieren. Zum Feststellen der Schadschwelle, 15-20 Haupttriebe ausklopfen! Bislang unbehandelte Bestände einkürzen; Mittel und Aufwandmenge an die Bestandsentwicklung anpassen. Ggf. noch Bor zumischen. Wintergetreide: In Gunstlagen erreichen Wi-Gerste und frühe Weizenbestände die Schoßphase; der ideale Zeitpunkt für Wachstumsregler in Wi-Gerste ist das Stadium Einknotenstadium BBCH 31; bei warmem und sonnigem Wetter sind Behandlungen mit Moddus, Medax Top, Prodax etc. möglich. Auch früher Weizen, der das Stadium 31 erreicht, kann bei diesen Bedingungen zeitnah eingekürzt werden. Bestände in der Bestockung können vorab mit einer Teilmenge CCC gefahren werden. Sommergetreide: Der Herbizideinsatz erfolgt idealerweise im 3-4-Blattstadium – meist Blattwirkung! Alternativ zu den gängigen Wirkstoffgruppen bieten sich bei warmer Witterung (ca. 15-20 °C) Wuchsstoffe an. Ungräser treten aufgrund ihrer Biologie im Vergleich zu Winterungen in einer wesentlich geringeren Dichte auf. In So-Gerste und So-Weizen können z. B. Axial 50, Axial komplett und Husar Plus (Windhalm) eingesetzt werden; im So-Weizen steht zudem Broadway Plus gegen Windhalm zur Verfügung. Im Hafer steht kein Herbizid mit Gräserwirkung zur Verfügung; dort müssen Ungräser über Fruchtfolge und mechanische Bearbeitung ausgeschaltet werden.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 30. März 2026

2. N-Gabe Getreide

Bei den Düngepreisen und noch nicht vorgekaufter Ware für die 3. Gabe kann sich in der 2. Gabe Einsparpotenzial ergeben. Nmin hat sich durch mangelnde Niederschläge kaum verlagert und ist im Vegetationsverlauf verfügbar. Hinzu kommt eine gewisse N-Freisetzung durch Immobilisierung des bereits gestreuten N. Ab 8-10 °C Bodentemperatur beginnt die N-Freisetzung durch Mineralisierung. Auf humusreicheren Böden (>3,5 %) und Böden mit langjähriger organischer Düngung können circa 10-15 kg N eingespart werden. Auch nach Raps- oder Leguminosen-Vorfrucht kann eine Reduzierung erfolgen (15-20 kg N). Wichtig ist zudem die Versorgung mit Schwefel (15 N:1 S) für die N-Ausnutzung sowie die Versorgung mit Mikronährstoffen (Analysen der AGLW zeigen häufig latenten Mg-Mangel) und Kalium. Wichtig ist auch, die Bestandesdichte bei einer gewissen Reduzierung beziehungsweise Verschiebung der N-Menge zu beachten. Werden Triebe nicht ausreichend reduziert, fehlt ihnen das „Futter“ – Folge: Schmachtkorn, niedrige HL-Gewichte.

Philipp Pfister, AGLW, 06623 933730


Beitrag vom 30. März 2026

Neuerungen bei der Aufzeichnungspflicht im Pflanzenschutz

Pflanzenschutzmittel-Anwendungen müssen zukünftig in einem digitalen, maschinenlesbaren Format aufgezeichnet werden. Verpflichtend wird dies jedoch erst ab 01.01.2027. Ab 01.01.2026 müssen bei den Aufzeichnungen jedoch zusätzlich neue Angaben gemacht werden. Neben den bekannten Angaben wie die Bezeichnung des PSM, Datum, Aufwandmenge, Kulturpflanze, behandelte Fläche und Anwender müssen nun auch noch Zulassungsnummer, Startzeitpunkt (Uhrzeit), EPPO-Code, gegebenenfalls BBCH-Stadien, geodatenbasierte Flächeneinheit und behandelte Flächengröße sowie Art der Anwendung (z. B. Flächenbehandlung) aufgezeichnet werden.

Bei Fragen bitte bei Hr. Hollstein, FD Ländl. Raum, 06621 872201 melden.


Beitrag vom 16. März 2026

Unkrautbekämpfung in Leguminosen

Die chem. Unkrautbekämpfung in Erbsen u. Bohnen ist fast ausnahmslos auf den Vorauflauf beschränkt: z.B.: Stomp Aqua + Centium CS, Bandur + Centium CS, Roxy EC/Confeno + Stomp Aqua, Spectrum Plus, Novitron Dam tec. Mischungen bieten den Vorteil einer eine breiteren Unkrautwirkung. Den Einsatz auf Standort u. Witterung abstimmen. Die Anwendungen sollten 3-5 Tage nach der Saat erfolgen; auf eine genügend tiefe Saatgutablage von 5 -6 cm achten. Spectrum Plus ist die einzige Option gegen Unkräuter für den NA (Notlösung) – dies nur in Erbsen! Ausfallgetreide u. Ungräser können mit blattaktiven Gräsermitteln ausgeschaltet werden. Bei geringem Unkrautdruck u. trockenen Bedingungen, können Leguminosen bis vor dem Durchstoßen auch mit dem Striegel unkrautfrei gehalten werden (Blind striegeln). Ab dem 3. Blatt kann das Striegeln dann vorsichtig fortgesetzt werden.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 16. März 2026

Aussetzung des Vollzugs der AVDüV (Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung)

Hessen setzt den Vollzug der zusätzlichen Anforderungen in den mit Nitrat belasteten Gebieten („Rote Gebiete“) und Phosphat belasteten Gebieten („Gelbe Gebiete“) vorerst aus. Die verschärften Vorgaben werden damit bis auf Weiteres nicht kontrolliert. Die AVDüV Hessen gilt unverändert weiter, es ist jedoch aktuell nur der Vollzug von Sanktionen ausgesetzt.

Bei Fragen bitte bei Hr. Hollstein, FD Ländlicher Raum, 06621 87 2201 melden.


Beitrag vom 09. März 2026

Aktuelle Hinweise zur Düngung

Die 1. Gabe ist in den letzten Tagen gefallen oder sollte abgeschlossen werden. Auch der Morgentau reicht oft aus, um den Dünger aus dem Kalkgerüst zu lösen und in den Boden einzudringen. Eine Nitratdüngung hat den Vorteil, dass N rasch aufgenommen werden kann und die Aufnahme anderer Kationen gefördert wird. Eine Andüngung mit 60 N plus S ist im Getreide zu empfehlen (ca. 12 kg S bei WG, 20 kg S bei WW). Durch die geringen Niederschläge über Winter ist mit einer größeren N-Auswaschung nicht zu rechnen. Diese sollten in der 2.Gabe berücksichtigt werden. Dennoch haben wir niedrige S-Mengen in untersuchten Frühjahresproben, sodass hier auf die S-Versorgung zu achten ist. Um die Pflanzenfitness und Stresstoleranz zu erhöhen, sollte bei PS-Maßnahmen an die Versorgung mit Mikronährstoffen gedacht werden: Mg 200 g, Mn 250 g, Zn 150 g.

Philipp Pfister, AGLW, 06623 933730


Beitrag vom 09. März 2026

Ungrasbekämpfung in Wintergetreide

Nach den Frösten gilt es die Ungrasbekämpfung im Wintergetreide anzugehen. Trotz Herbstbehandlung müssen Nachbehandlungen eingeplant werden. Haben die Ungräser (Ackerfuchsschwanz) bereits 3 Blätter im Wi-Weizen, ALS-Hemmer wie z. B. Atlantis Flex, Incelo Komplett, Niantic einsetzen. Behandlung bei hoher Luftfeuchtigkeit (> 60 %) – sehr früh am Tage oder in den späten Abendstunden durchführen. In Winterroggen bietet sich aus Verträglichkeitsgründen der Einsatz von Broadway plus an. In Wintergerste steht zur Ungrasbekämpfung lediglich Axial 50 mit 1,2 l/ha z. V. Grundsätzlich ist der Soloeinsatz der Gräsermittel am wirkungsvollsten – Mittel gegen Unkräuter also später nachlegen.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 02. März 2026

Situation im Raps

Die milden Temperaturen haben zum Zuflug von Rüssel– und Rapsglanzkäfern geführt. Im Vergleich zum Großen Rapsstängelrüssler hat der Gefleckte Kohltriebrüssler rötliche Füße, einen gefleckten Rücken mit einem weißen Punkt hinter dem Kopf. Die Kontrolle des Zufluges mit Gelbschalen kontrollieren: Schalen sowohl in Gebüsch-/Waldrandnähe als auch in Nachbarschaft zu Rapsschlägen des Vorjahres aufstellen. Bei Überschreitung des Bekämpfungsrichtwertes (5 Stängelrüssler oder 15 Kohltriebrüssler innerhalb von 3 Tagen) ist eine Bekämpfung mit den Typ2-Pyrethroiden (Karate Zeon, Nexide, Decis forte), zeitnah anzuraten. Trebon EC 30 nur bei gleichzeitigem, nennenswerten Zuflug des Rapsglanzkäfers einsetzen! Zur Bekämpfung von Kamille, Kornblume, Distel und Leguminosen stehen Lontrel / Vivendi z. V. Effigo wirkt zusätzlich auf Klette. Korvetto erfasst zudem Mohn, Storchschnabel, Taubnessel u. Schierling. Von genannten Herbiziden werden Hundskerbel, Ehrenpreisarten, Stiefmütterchen, Wegrauke, Vogelmiere, Hirtentäschel nicht erfasst! Mittel bei wüchsigen Bedingungen einsetzen; darauf achten, dass die Blütenknospen von den Laubblättern noch abgedeckt werden – zeitnah behandeln - Auflagen beachten! Die Mischung mit Gräserherbiziden ist grundsätzlich möglich – Ausnahme: Korvetto nicht mit Agil S mischen! Mit Beginn der Vegetation können blattaktive Gräserherbizide eingesetzt werden, eine gute Benetzung der Gräser ist Voraussetzung!

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 26. Januar 2026

Hinweise zu Maisbeizen

Der Praxis steht eine immense Vielfalt an Maissorten, oft mit mehreren Beizausstattungen zur Verfügung. Die Beizen können in der Regel individuell zusammengestellt und ausgewählt werden. Als Standard wird ein Fungizid angeboten, das mit Vogelrepellents, Insektiziden und Nährstoffbeizen/Biostimulanzien/Mikroorganismen ergänzt werden kann. Der fungizide Beizschutz sollte weiter Standard sein. Wo es in den letzten Jahren zu stärkerem Vogelfraß kam, ist ein zusätzliches Vogelrepellent sinnvoll. Für Korit 420 FS ist wieder eine Notfallzulassung beantragt – die Situation aber noch unklar. Aufgrund der mehrjährigen Entwicklung des Drahtwurms muss 2026 wieder mit stärkerem Befall gerechnet werden; besonders bei einer hohen Anbaudichte von Sommerungen ist ein insektizider Schutz empfehlenswert. 2026 steht die Beize Lumiposa in verschiedenen Beizausstattungen zur Verfügung. Zur Befallsminderung können Spintor GR (gute Erfahrungen gegen Bodenschädlinge; Auflagen bei Aussaat beachten!) und Ercole/Karate 0.4 GR eingesetzt werden; die Beizen werden als Granulat beim Legen mit Granulatstreueinrichtung eingesetzt. Zudem steht Force 20 CS/Ibriditrin als Beize zur Verfügung. Als Zusatzbeizen werden vermehrt Biostimulanzien angeboten. Effekte in der Regel sehr schwankend und wenn, meist nur bei ungünstigen Bedingungen von Vorteil. Präparate können zurzeit weder Beizen ersetzen, noch ackerbauliche Fehler beheben. Um eigene Erfahrungen zu sammeln: Mittel auf Teilflächen mit vergleichbarer Variante (identische Sorte ohne Zusatzbeize) anlegen.

Terminhinweis: Sachkundefortbildung: 26.02., 16:30 Uhr, Niederaula – Altes Forsthaus; Anmeldung: 0561 7299333

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 19. Januar 2026

Lagerung von Pflanzenschutzmitteln & Saatgut, Rücknahme Verpackungen

Grundsätzlich beachten: Pflanzenschutzmittel (PSM) trocken lagern; die Temperaturen im Lager sollen über +5 °C liegen! Jetzt in den Frostphasen eine regelmäßige Kontrolle des Pflanzenschutzmittellagers durchführen! Angaben zur Lagerfähigkeit von Pflanzenschutzmitteln sind immer den Gebrauchsanweisungen oder den Produktinformationen der Hersteller zu entnehmen. Darauf ist bei der Kontrolle zu achten: Die Struktur des Pflanzenschutzmittels: Auffälligkeiten sind z. B. Verklumpungen, Verkrustungen oder Ausflockungen. Prüfen Sie auch, ob die Mittel noch zugelassen bzw. aufgebraucht werden können. Infos hierzu auf der Internetseite vom BVL.

Auch 2026 werden im Rahmen des Kreislaufwirtschafts- u. Abfallgesetz wieder Verpackungen von (PSM) und Restmengen gesammelt. Dies ist möglich über: Entsorgungsfirmen, Sammelstellen der Landkreise/Kommunen, Schadstoffmobil (kleine Mengen). Leere Verpackungen von PSM u. Flüssigdüngern sammelt bundesweit z. B. der Industrieverband Agrar (IVA) im Rahmen der Sammelaktion PAMIRA (PackMittel-Rücknahme Agrar). Termine: z. B.: Bebra 15 + 16. Juni; Eiterfeld 07. Juli; Eschwege 29 + 30. Juni.

Weitere Infos: https://www.pamira.de/verpackungen-abgeben/sammelstelle-finden/

Das System zur Rücknahme und Entsorgung von Verpackungen aus dem Agrarbereich, die mit nicht-schadstoffhaltigen Füllgütern in Kontakt waren, ist die Verpackungsentsorgung Agrar – kurz: VerenA. Mit VerenA-Logo versehene Big Bags sowie Papier- und Foliensäcke können dort abgeben werden. Infos unter: https://www.verena-recycling.de/

Im Herbst bleiben i. d. Regel Reste an Saatgut übrig; wenn diese nun überlagert werden, sollten u. a. folgende Punkte beachtet werden: Saatgut trocken, kühl und möglichst frostfrei lagern. Nässe und hohe Luftfeuchtigkeit (möglichst <50 %) mindern ggf. die Keimfähigkeit. Das Saatgut nicht unmittelbar auf dem Boden abstellen, sondern z. B. Paletten unterlegen.

Terminhinweis: Sachkundefortbildung

26. Februar, 16:30 Uhr – 21:00 Uhr Niederaula – Altes Forsthaus; Anmeldung: 0561 7299333.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736


Beitrag vom 12. Januar 2026

Schadnagerbekämpfung

Landwirtschaftliche Gebäude bieten Schadnagern wie z. B. Wanderratte und Hausmaus viele Schlupfmöglichkeiten. Wanderratten zählen zu den Hygieneschädlingen; durch Verunreinigungen übertragen sie zwangsläufig eine Vielzahl von Krankheiten und Viren. Bei nachgewiesenem Befall, sind an von Ratten aufgesuchten Stellen (Laufgänge) ca. 200 g Köder in Köderboxen, für Haustiere unzugänglich und vor Nässe geschützt, auszulegen. „Futterstellen“ regelmäßig kontrollieren. Köder so lang auslegen, bis kein Fraß mehr festgestellt wird. Die Hausmaus ist ein Vorratsschädling und hält sich überwiegend in trocknen Räumen auf. Sie frisst neben Lebens- und Futtermitteln Papier, Textilien, Leder und andere Materialien. Bekämpfung ähnelt der der Wanderratte. Den Köder - ca. 20 g Portionen - in Köderboxen, an den Laufgängen der Mäuse auslegen.

Ab Juli 2026 beziehungsweise 2027 wird die Gesetzgebung zur Thematik geändert.

Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD, 0160 90725736